Geschichte der Familie Arco

Das Geschlecht ist vermutlich romanischer Herkunft und wird im Jahre 1124 mitFridericus de Archo erstmals urkundlich erwähnt.[1] Schon mit dessen Vater Riprandus de Arcu beginnt die ununterbrochene Stammreihe.[2] 1207 nannten sich die Brüder Ulrichund Friedrichbereits de Arco, milites nobiles. Angehörige des Geschlechts warenLehensmannen des Bischofs von Trient.

Einer alten Sage nach stammen die Herren von Arco von den im Jahre 1242 erloschenenGrafen von Bogen aus Altbayern ab. Dass das alte Grafengeschlecht dasselbe Wappengeführt haben soll, wird aber durch ein Siegel aus dieser Zeit widerlegt. Das Wappen mit drei Bögen wurde dem altbayerischen Geschlecht vermutlich erst durch die Wappenbuchmaler des 16. Jahrhunderts fälschlicherweise zugeordnet.

Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen verlieh im Jahre 1221 Friedrich von Arco und dessen Neffen (nepotes) Adelpret und Riprandinus denhohen Adel („nobilitat honore et nobilitate comtatus“). 1413 verlieh König Sigismund Vinciguerra von Arco denReichsgrafentitel und erhob die Herrschaft Arco mit Penede, Drena und Castellino zurreichsunmittelbaren Grafschaft. Eine Bestätigung aller Besitzungen und kaiserlichenPrivilegien erfolgte 1433 durch Sigismund, der im selben Jahr Kaiser des Heiligen Römischen Reiches geworden war, fürAnton von Arco, Bruder des kinderlos verstorbenen Vinciguerra.

Erst 1614, nach heftigen Kämpfen, leisteten sie den Habsburgern als neuen Landesfürsten den Huldigungseid. Kaiser Leopold I.übernimmt 1680 die Kontrolle der Burg und entmachtet die Grafen von Arco. Mitglieder der Familie wurden tirolische Landsassen, allerdings blieb ihre Grafschaft trotz des Verlusts der Reichsunmittelbarkeit weiterhinReichslehen. 1695 wurde ihnen die Edelmannsfreiheitverliehen.

Zweige des Geschlechts wurden in Bayern, Schlesien und Österreich sesshaft. Die bayerische Linie teilte sich im 19. Jahrhundert in die zwei gräflichen Äste von Arco auf Valley und von Arco-Zinneberg. Der erste Ast ist im Mannesstamm erloschen. GrafMaximilian, einer der Söhne des Grafen Ludwig von Arco († 1854) und seiner EhefrauMarie Leopoldine, verwitwete Kurfürstin von Pfalz-Bayern und geborene Erzherzoginvon Österreich-Este, nahm mit Genehmigung des Königs von Bayern den Namen Graf zu Arco-Zinneberg, gen. Bogen an. Die schlesisch-preußische Linie verlor nach einemKonfessionswechsel die Ansprüche auf die Besitzungen in der ursprünglichen Grafschaft. Die drittemantuanische Hauptlinie erlosch 1917. Der gräfliche Ast von Arco auf Valley ist mit dem Tod von Graf Otto von Arco auf Valley im Mannesstamme erloschen. In 2006 adoptierte seine Witwe ihren Neffen, Graf Maximilian Georg von Soden.

Die bayerischen Grafen von Arco verloren 1919 mit dem Vertrag von Saint-Germain alle Ansprüche auf ihre ursprünglichen Herrschaften in Südtirol. Sie wurden jedoch vonItaliendafür entschädigt.

Bis heute sind die Besitzungen in Valley, Adldorf und das Palais Arco-Zinneberg in München in Besitz der Familie geblieben, ferner gelangte auf dem Erbweg Moos von der Familie Preysing an die Arcos. 1998 erfolgte der Erwerb der böhmischen Burg Vysoký Chlumec.

Arcobräu in der niederbayerischen Gemeinde Moos befindet sich im Besitz der Familie Arco-Zinneberg[3]

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